Stacheln. Rudern. Parcours fahren
Wasserfahren verbindet zwei Techniken: Stacheln und Rudern. Mit dem Stachel - einem rund drei Meter langen Holzstab mit einem metallenen Zweizack am Ende - stoesst man sich am Flussboden ab und treibt den Weidling am Ufer entlang flussaufwärts. Flussabwärts wird gerudert: aufrecht stehend, Blick in Fahrtrichtung, den Fluss immer im Griff.
Der Weidling ist das Herzstuck des Sports. Das flache Holzboot ist rund zehn Meter lang, wiegt 360 Kilogramm und reagiert auf jede Bewegung - Gleichgewicht und Flussgefühl sind gefragt.
Der Parcours
Im Wettkampf wird ein Parcours auf dem Fluss befahren. Er besteht aus zwei Elementen: Durchfahrten und Landungen.
Durchfahrten sind zwei Pfosten, die ein rund vier Meter breites Tor ueber dem Wasser bilden - ähnlich wie im Kanuslalom, aber mit dem Weidling. Sie müssen präzise und ohne Beruehrung durchquert werden.
Bei einer Landung gilt es, das Boot rudernd an einer markierten Stelle am Ufer anzulanden, kurz auf Land zu treten - und dann sauber auf den Stachel zu wechseln, um flussaufwärts weiterzufahren. Das klingt einfach. Im Wettkampftempo ist es eine Kunst.
Wer Stacheln und Rudern beherrscht, Durchfahrten sauber trifft und bei Landungen keine Zeit verliert - der gewinnt.
Ein Sport fuer Körper und Kopf
Wasserfahren trainiert Ausdauer, Gleichgewicht und Koordination. Ruder und Stachel beanspruchen dabei den ganzen Körper - Arme, Rücken, Rumpf und Beine arbeiten zusammen. Der Fluss tut den Rest: Kein Training ist wie das andere, denn Wasserstand und Strömung wechseln ständig.
Wasserfahren ist zudem einzigartiges Schweizer Kulturgut. Die Technik des Weidlingfahrens und -baus ist seit 2022 im UNESCO-Verzeichnis der lebendigen Traditionen der Schweiz eingetragen.